Von Konstanz nach Efringen-Kirchen – Liegeradtour entlang des Rheintal-Wegs (2/2)

Dies ist der zweite Teil meines kleinen Radreiseberichtes. Den ersten Teil findet Ihr hier.

Etappe 2: Neuhausen am Rheinfall – Weil am Rhein – Efringen-Kirchen

Nach einer entspannten Nacht im Kojenlager der Jugendherberge Dachsen auf Schloss Laufen am Rheinfall setzte ich meine Fahrt nach einem kurzen Frühstück mit anschliessender Besichtigung des Rheinfalls fort.

Blick auf den Rheinfall
Blick auf den Rheinfall

Es war erstaunlich ruhig am Rheinfall. Wenig Touristen, hauptsächlich Inder und Pakistani, vor dieser malerischen Kulisse mit dem brausenden Wasser und seiner grünen Einfassung.

Blick auf den Rheinfall und das Schloss
Blick auf den Rheinfall und das Schloss Laufen

Verlässt man Neuhausen am Rheinfall, so hat man die Wahl zwischen mehreren Radwegen. Sie sind allesamt sehr gut ausgeschildert. Ich blieb auf dem Rheintal-Weg und folgte dem Wegweiser.

Wegweiser
Wegweiser

Innerhalb kürzester Zeit passiert man zwei Mal die Deutsch-Schweizer Grenze, und gleich nach einem knackigen Anstieg im Wald erreicht man die leicht wellige Landschaft hinter Jestetten. Spätestens jetzt wussten auch die Oberschenkel, warum das Frühstück heute morgen so nahrhaft gewesen war.

Verlassener Grenzübergang
Verlassener Grenzübergang

Ganz gemächlich gleitet man jetzt bergab durch Felder und Wiesen und kommt zunächst nach Rafz. Dieses Dorf zeichnet sich durch viele erhaltene und top gepflegte Fachwerkhäuser aus, die allesamt mit einem rötlichen Anstrich der Balken versehen sind. Sehr schön anzuschauen.

Typische Häuser in Rafz
Typische Häuser in Rafz

Ich passierte kurz hinter Wasterkingen erneut die Deutsch-Schweizer Grenze und folgte Umdrehung für Umdrehung der Kurbel dem Radweg Richtung Waldshut.

Grenzübergang bei Wasterkingen
Grenzübergang bei Wasterkingen

Der Radweg folgt jetzt wieder dem Hochrhein. Mal ein paar Meter näher dran, mal ein wenig abseits davon. Vom Rad aus kann man den Blick über die Felder schweifen lassen, oder auch auf der Schweizer Rheinseite das ein oder andere Bauwerk sehen.

Mühle auf der schweizer Rheinseite
Mühle auf der schweizer Rheinseite

Das Getreide stand hoch, die Sonne war recht unbarmherzig und die ersten Wölkchen zogen auf. Mein Hunger meldete sich langsam – das Ziel Waldshut rückte in greifbare Nähe. Vorbei war es mit der Ruhe, an diesem Tag wurde der Flughafen Zürich über diesen Korridor angeflogen. Die Flugzeuge flogen wie auf einer Schnur gezogen im Minutentakt über mich hinweg.

Felder und Wiesen
Felder und Wiesen

Ich stärkte mich mit einer leckeren Lasagne in der Fussgängerzone von Waldshut und genoss das Flair rund um die Restaurants. Nach einer ausgiebigen Pause füllte ich meine Trinkflaschen zum dritten oder vierten Mal auf und setzte meine Reise Richtung Albbruck fort. Die ehemalige Papierfabrik ist von Weitem sichtbar, die ersten Spuren des Rückbaus sind unübersehbar.

Atomkraftwerk im schweizerischen Leibstadt
Atomkraftwerk im schweizerischen Leibstadt

Als Nächstes passierte ich die Grenzstadt Laufenburg. Die beiden Ortschaften in Deutschland und der Schweiz sind durch eine historische Steinbrücke verbunden. Aus zeitlichen Gründen konnte ich der historischen Altstadt auf Schweizer Seite keinen Besuch abstatten.

Blick auf Laufenburg
Blick auf Laufenburg

Kurz vor Obersäckingen passierte ich den achten Längengrad und fühlte mich jetzt bereits wieder „zu Hause“. An diesem Ort ist der Wechsel des Längengrads an einer hölzernen Brücke markiert. Ab sofort herrschte wieder „James Bond“!

Südlichster Punkt des 8. Längengrades in Deutschland
Südlichster Punkt des 8. Längengrades in Deutschland

Nach einer kurzen Fahrt über Murg erreichte ich schließlich Bad Säckingen und war froh, am Kraftwerk meine Wasservorräte erneut auffüllen zu können. Hier wird, wie an vielen anderen Stellen am Hochrhein, aus Wasserkraft Strom erzeugt.

Kraftwerk Bad Säckingen
Kraftwerk Bad Säckingen

Der Radweg geht ab hier direkt am Rhein entlang und schlängelt sich abwechselnd durch Ortschaften, über asphaltierte Wege und durch Naturgebiete. Dort trifft man freundliche Menschen und „wilde“ Tiere ohne Scheu.

Enten und Schwäne ohne Furcht
Enten und Schwäne ohne Furcht

Dieser Weg zieht sich bis nach Schwörstadt, bevor man über die Felder nach Karsau kommt. Von dort geht es durch Wohngebiete und parallel zur Bundesstrasse nach Rheinfelden. Auf Grund von Baustellen und Umleitungen bin ich ein ganzes Stück durch die Stadt gefahren, bevor es dann erneut in die Schweiz ging.

Blick auf den Rhein
Blick auf den Rhein

Nachdem ich Basel erreicht hatte, bog ich rechts ab Richtung Riehen, füllte ein letztes Mal meine Getränkeflaschen auf und radelte durch die „Langen Erlen“ Richtung Weil am Rhein. Ich passierte die Grenze in Otterbach und war somit in der Stadt der Stühle angekommen.

Grenzübergang Weil am Rhein Otterbach
Grenzübergang Weil am Rhein Otterbach

Vorbei am Vitra Rutschturm fuhr ich nun über Haltingen zurück nach Efringen-Kirchen und genoss den Abend bei einem leckeren Essen mit der Freundin im Gasthaus Anker.

Vitra Rutschenturm
Vitra Rutschenturm

Fazit

Ich legte in zwei Tagen mit dem Liegerad 192 km mit insgesamt 796 Höhenmetern zurück. Für die zwei Etappen benötigte ich eine Gesamtfahrzeit von knapp 9 Stunden und 45 Minuten. Das Grinsen auf meinem Gesicht ist immer noch nicht verschwunden und die Muskeln fühlen sich entspannt an.

 

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