Von Konstanz nach Efringen-Kirchen – Liegeradtour entlang des Rheintal-Wegs (1/2)

Die Idee

Seit Kindesbeinen an fahre ich gerne und regelmäßig Rad. Aller Anfang ist schwer und so gibt es den ein oder anderen Beweis, wie ich als „blutiger“ Anfänger meine Schwierigkeiten mit dem Stützrädern am wackligen Kinderfahrrad hatte. Seit dem hat sich die Uhr fast unendlich oft weitergedreht und es ist einiges passiert. Zum normalen „Aufrechtrad“ ist mitlerweile ein Liegerad Flux S900 UL hinzugekommen, das ich fleißig zum Pendeln ins Büro, für kleine Ausfahrten mit der Freundin und mehr und mehr für ausgiebige Touren benutze.

Die Idee einer längeren Radtour enstand gemeinsam mit einem Freund und sowohl der Termin als auch das Ziel standen fest. Aufgrund verschiedener Umstände, die nicht planbar waren, wurde diese Radtour auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Da ich bereits Urlaub genommen hatte, musste kurzfristig eine „Ein-Personen“-Alternative gefunden werden. Nach kurzer Überlegung, Prüfen des Wetters und des vorhandenen Zeitfensters, entschied ich mich für den Rheintal-Weg.

Der Rheintal-Weg

Der Rheintal-Weg ist Bestandteil/läuft parallel zum europäischen Rheinradweg EuroVelo 15. Der Radweg ist gut ausgeschildert, durchgehend vernünftig ausgebaut und nicht besonders schwer zu fahren. Er führt entlang des Rheins und zeigt eine herrliche Vielfalt an Natur, Landschaft und Bauwerken.

Route des Rheintalwegs
Route des Rheintalwegs

Ich entschied mich für die Etappe von Konstanz nach Weil am Rhein, mit einer Übernachtung irgendwo in der Nähe von Schaffhausen. Das Streckenprofil zeigt ein leichtes Gefälle entlang des Weges, ab und zu gibt es einen kurzen, knackigen Anstieg, der den Muskeln signalisiert, wieso man auf dem Rad sitzt, bzw. in meinem Fall liegt.

Der Weg passiert die Deutsch-Schweizer Grenze acht Mal und verläuft größtenteils auf der rechten (nördlichen/deutschen) Rheinseite. Alternativ könnte man auch auf der Schweizer Seite fahren, aber das probieren wir ein anderes Mal.

Vorbereitungen

Die Webseite des Tourismus-Verbandes Baden-Württemberg bietet detaillierte Informationen (Karten, GPS-Tracks und Lesematerial) an. Bei meinen Recherchen bin ich auf die Seite des „Bodenseepeter“ gestoßen und habe aus seinem Reisebericht den GPX-Track heruntergeladen und auf meiner Reise genutzt. Dieser ist nicht ganz aktuell und an manchen Stellen leider nicht korrekt, aber trotzdem brauchbar.

Zusätzlich habe ich von Geocaching.com und Opencaching.de eine Hand voll einfacher Geocaches auf das Garmin Oregon 650 geladen, um unterwegs ein paar interessante Orte zu entdecken, die minimal abseits der Route liegen durften.

Auf der Webseite der Bahn habe ich eine Zugfahrkarte gekauft und mich nach den Fahrradtransportmöglichkeiten umgeschaut. In den Regionalzügen der Rheintalbahn und zwischen Basel und Konstanz hat es überall Fahrradabteile, in die das Liegerad problemlos passt. Hierbei gilt es zu beachten, dass je nach Reisezeit eine Radfahrkarte gekauft werden muss.

Der Wetterbericht sagte für die nächsten zwei Tage perfektes Sommerwetter voraus, so dass meine Wahl auf eine leichte Radbekleidung aus Outdoor-Hemd, Funktions-T-Shirt und Radshorts fiel. Für die kälteren Abende hatte ich eine leichte Jacke und lange Wechselkleidung dabei. Zusammen mit einem Schlafanzug, den Hygieneartikeln, einer Zeitung für die Zugfahrt und ein paar elektronischen Kleinigkeiten passte dies alles zusammen mit einem Fahrradschloss und ein wenig Bordwerkzeug in meine zwei mittelgroßen roten Fahrradtaschen.

Mein Liegerad hatte ich ein paar Tage zuvor erst mit Sommerreifen (Schwalbe Kojak) versehen und in diesem Zusammenhang einen kleinen technischen Check inklusive einer Kettenreinigung ausgeführt. Somit war von dieser Seite aus nichts zu erwarten.

Das Liegerad am Abreise am Heimatbahnhof Efringen-Kirchen
Abreise am Heimatbahnhof Efringen-Kirchen

Für die Versorgung unterwegs hatte ich mehrere „Notriegel“, etwas Obst in Form von Banane und Apfel, sowie zwei Getränkeflaschen am Rad dabei. Da es unterwegs so viele Einkaufsmöglichkeiten und Versorgungsstellen hat, war mehr Proviant nicht notwendig. Die Sonnencreme und den Fahrradhelm hatte ich griffbreit verstaut, bzw. Letzteres während des Fahrens auf dem Kopf.

Anreise

Die Anreise erfolgte per Bahn und verlief problemlos. Ich musste in Basel am Badischen Bahnhof und in Singen (Hohentwiel) umsteigen, jedoch ohne den Bahnsteig zu wechseln. Somit blieb mir die Tragerei des bepackten Rades erspart. Die Fahrzeit von 2:38 Stunden war bei einem leeren Fahrradabteil und angenehmer Lektüre, sowie dem Ausblick in die tolle Landschaft sehr entspannend. Eine nette junge Dame half mir noch mit dem Rad aus dem Zug.

Getränkeflaschen
Flüssigkeitsvorrat

Bevor ich richtig startete füllte ich nochmals meine Energiespeicher mit einem leckeren vegetarischen Essen bei Eugens Bio Cafe Restaurant in Konstanz. Ein perfekter Ort zum Starten in dieses Radabenteuer!

Speisekarte von Eugens Restaurant
Speisekarte von Eugens Restaurant

Etappe 1: Konstanz – Neuhausen am Rheinfall

Die erste Etappe sollte mich nördlich um den Untersee des Bodensees führen und langsam entlang des Hochrheins bis nach Neuhausen am Rheinfall bringen. Da ich erst am späten Mittag nach einer ausgiebigen Stärkung in Konstanz gestartet bin, erschien mir die Aufteilung des Weges in  1/3 zu 2/3 als sinnvoll – und ich sollte am späten Abend in Neuhausen Recht behalten.

Ich rollte also gemütlich durch Konstanz, überquerte den Seerhein und folgte dem Radweg entlang des Rheinsees in Richtung Allensbach. Der neue Radweg verläuft hier entlang der Bahnlinie des Seehaas, etwas abseits des Sees hinter einem Industriegebiet. Nachdem man den Abzweig zur Insel Reichenau passiert hat, folgt man dem Verlauf des Radweges entlang des Gnadensees.

Rad vor dem Kloster Hegne
Kloster Hegne

Vorbei am Kloster Hegne geht es parallel zum See weiter Richtung Allensbach. Auf diesem sehr gut ausgebauten Radweg bleibt unterwegs immer Zeit für einen Blick auf den See. Sehr empfehlenswert.

Blick auf den See
Seeblick

Von dort aus erreicht man nach kurzer Fahrt Radolfzell. Nun folgt der Radweg weiter dem Zeller See und über Salenhofen, Hemmenhofen und Öhningen geht es vor bei Strandbädern und Campingplätzen durch Felder und Wiesen Richtung Stein am Rhein.

Schwimmerin im See
Schwimmerin im See

Unterwegs habe ich einen sehr netten Radler getroffen, dem das Schicksal einen Streich gespielt hat. Eine gerissene Speiche verhinderte seine Weiterfahrt. Nach einer kurzen Reparaturpause aßen wir gemeinsam zu Abend, bevor sich unsere Wege kurz hinter der Deutsch-Schweizer Grenze trennten.

Altstadt in Stein am Rhein
Altstadt in Stein am Rhein

Ich fuhr dem Sonnenuntergang entgegen und begann, mir eine Unterkunft zu suchen. Dies zog sich entlang des Hochrheins ein wenig hin, sodass ich erst nach Einbruch der Dunkelheit in Neuhausen am Rheinfall ankam.  Ein kurzer Blick auf das GPS zeigte mir, dass die Jugendherberge oberhalb des Rheinfalls nur einen Steinwurf entfernt war – perfekt!

Fussball auf dem Handy
Fussball auf dem Handy

Wie es weiter geht, lest Ihr im zweiten Teil.

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